Spitzwegerich erkennen: Die Mutter der Kräuter am Wegrand
Spitzwegerich erkennst du an seinen schmalen, lanzettlichen Blättern mit deutlichen Längsnerven, die als Rosette dicht am Boden wachsen, und an den bräunlichen Blütenköpfchen auf langen, kahlen Stielen. Die jungen Blätter sind essbar, die Blütenknospen schmecken leicht nach Champignon.
Unsere Vorfahren nannten ihn die Mutter der Kräuter. Heute geht man achtlos über ihn hinweg, obwohl er an fast jedem Weg wächst.
Woran erkennst du Spitzwegerich?
- Blätter: schmal, lanzettlich, 10 bis 30 Zentimeter lang, mit drei bis sieben kräftigen Längsnerven, die parallel vom Grund zur Spitze laufen.
- Wuchs: die Blätter bilden eine flache Rosette am Boden, einen Stängel mit Blättern gibt es nicht.
- Blütenstand: kurze, walzenförmige, bräunliche Ähren auf langen, gefurchten Stielen, von Mai bis September, mit hellen, herausragenden Staubblättern.
- Der Fadentest: Reißt du ein Blatt quer durch, ziehen sich feine Fäden aus den Blattnerven heraus.
Er wächst an Wegrändern, auf Wiesen und Weiden und im Rasen und gehört zu den häufigsten Wildkräutern Deutschlands.
Was ist der Unterschied zwischen Spitzwegerich und Breitwegerich?
Die Blattform. Der Breitwegerich hat breite, eiförmige Blätter und lange, schmale Blütenstände. Er wächst bevorzugt dort, wo viel getreten wird, mitten auf Feldwegen. Der Spitzwegerich hat schmale, lanzettliche Blätter und kurze, walzenförmige Ähren. Beide sind essbar.
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Ist Spitzwegerich essbar?
Ja. Verwendet werden vor allem die jungen Blätter und die noch geschlossenen Blütenknospen:
- Junge Blätter: fein geschnitten im Salat oder in Wildkräuterquark. Ältere Blätter sind fasrig, die schneidet man quer zu den Nerven sehr fein oder gart sie mit.
- Blütenknospen: roh mit einem leichten Pilzaroma, oft mit Champignons verglichen. In Butter kurz angebraten ein kleiner Wildkräuter-Snack.
Wann wird Spitzwegerich geerntet?
Die Blätter von Mai bis September, am zartesten im Frühjahr. Die Knospen, solange sie noch geschlossen sind. Gesammelt wird abseits von Straßen und Hundewegen, an trockenen Vormittagen. Zum Trocknen bei höchstens etwa 45 Grad locker ausbreiten.
Warum hieß der Wegerich Mutter der Kräuter?
Weil er im Neunkräutersegen aus dem 10. Jahrhundert so angerufen wird. Dort heißt er Wegbrade, die Pflanze, die am Weg breit wird, und steht an zweiter Stelle der neun heiligen Kräuter.
Er war das Kraut der Wanderer. Wer früher zu Fuß übers Land zog, kannte ihn vom Wegrand und legte ein zerriebenes Blatt auf Blasen und Insektenstiche. Auch Hildegard von Bingen führte ihn. Dieses Wissen vom Wegrand ist heute fast vergessen.
Gibt es giftige Doppelgänger?
Beim Spitzwegerich ist die Verwechslungsgefahr gering. Die parallelen Längsnerven, die bodennahe Rosette und die bräunlichen Ähren auf blattlosen Stielen sind zusammen eindeutig. Wie bei jeder Wildpflanze gilt trotzdem: nie nach einem Merkmal allein bestimmen.
Häufige Fragen zum Spitzwegerich
Kann man Spitzwegerich roh essen?
Ja, die jungen Blätter und die geschlossenen Blütenknospen. Ältere Blätter sehr fein schneiden, weil sie fasrig sind.
Wann ist die Erntezeit?
Mai bis September, am zartesten im Frühjahr.
Wie unterscheide ich Spitzwegerich und Breitwegerich?
Spitzwegerich hat schmale, lanzettliche Blätter und kurze Ähren, Breitwegerich breite, eiförmige Blätter und lange, schmale Blütenstände.

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Dieser Beitrag gibt überliefertes, volkskundliches und historisches Wissen wieder. Er dient der Bewahrung alten Kräuterwissens und ersetzt keine ärztliche oder fachkundige Beratung. Wildpflanzen bitte immer zweifelsfrei anhand mehrerer Merkmale bestimmen, im Zweifel stehen lassen.