Kräuter sammeln im Jahreslauf: Was du in welchem Monat findest

Sammelkorb, Leinensäckchen, Gartenschere und Notizbuch auf einem alten Holztisch am Fenster (Symbolbild, KI-generiert)

Im Frühling sammelst du junge Blätter wie Brennnessel, Bärlauch und Giersch, im Sommer Blüten wie Holunder, Linde und Kamille, im Herbst Früchte und Wurzeln wie Hagebutte, Schlehe und Löwenzahnwurzel. Im Winter ruht das Sammeln weitgehend.

Unsere Vorfahren richteten sich nicht nach dem Kalender an der Wand, sondern nach dem, was draußen gerade reif war. Diese Übersicht folgt genau diesem Lauf des Jahres.

Kräuter sammeln Monat für Monat

Was sammelt man im März?

Bärlauch, die jungen Triebe der Brennnessel, Birkenblätter und Gundermann. Das erste frische Grün nach dem Winter.

Was sammelt man im April?

Löwenzahn, Blätter und Blüten, Giersch, Spitzwegerich, Gänseblümchen und weiterhin Bärlauch.

Was sammelt man im Mai?

Gänseblümchen, Spitzwegerich, Birkenblätter und Brennnessel. Ende Mai ist für die meisten jungen Blätter die beste Zeit vorbei.

Was sammelt man im Juni?

Holunderblüte, Lindenblüte, Frauenmantel, Kamille und um Johanni, den 24. Juni, das Johanniskraut.

Was sammelt man im Juli?

Schafgarbe, Beifuß, Ringelblume, Malve, Kamille und Johanniskraut. Der Höhepunkt des Kräuterjahres.

Was sammelt man im August?

Beifuß vor der vollen Blüte, Ringelblume, Malve und Schafgarbe.

Was sammelt man im September?

Holunderbeeren, Brombeeren, Wacholderbeeren und die ersten Hagebutten. Der Übergang von der Blüte zur Frucht.

Was sammelt man im Oktober?

Hagebutten und Schlehen, beide am liebsten nach dem ersten Frost, dazu Ebereschen und die Löwenzahnwurzel. Und wer Pilze sicher kennt, sammelt jetzt für den Winter und trocknet sie.

Was sammelt man im November?

Die letzten Schlehen und Löwenzahnwurzeln. Jetzt werden die Vorräte eingebracht.

Was sammelt man im Winter?

Von Dezember bis Februar ruht das Sammeln weitgehend. Fichte, Kiefer und Tanne kannst du jetzt beobachten und sicher bestimmen lernen, ihre jungen Triebe erntest du aber erst im Frühjahr. Mistel und Stechpalme gehören ins Brauchtum, nicht in den Korb, die Stechpalme steht unter Schutz.

Den kompletten Jahres-Sammelkalender mit allen 30 Pflanzen, ihrer Geschichte und Verwendung findest du in Das Kräuterbuch unserer Vorfahren.

Welche Regeln gelten beim Kräutersammeln?

  1. Nur sammeln, was du sicher bestimmst. Immer anhand mehrerer Merkmale, nie nach einem allein. Im Zweifel stehen lassen, keine Pflanze ist ein Risiko wert.
  2. Saubere Orte wählen. Weg von stark befahrenen Straßen, gedüngten Feldrändern, Hundewegen und verschmutzten Plätzen.
  3. Nachhaltig sammeln. Nur kleine Mengen für den eigenen Bedarf, nie alles an einer Stelle. In Naturschutzgebieten wird nicht gesammelt, geschützte Arten bleiben stehen.
  4. Die richtige Tageszeit. An trockenen Tagen, am besten am Vormittag, wenn der Tau getrocknet ist.
  5. Richtig trocknen. Luftig und schattig, danach trocken und dunkel in beschrifteten Gläsern lagern.

Wo lauern die gefährlichsten Verwechslungen?

Im Frühling beim Bärlauch. Er wächst oft direkt neben Maiglöckchen und der Herbstzeitlosen, beide sind giftig. Der Knoblauchgeruch beim Zerreiben hilft, ist aber allein nicht zuverlässig, weil der Geruch an den Händen hängen bleibt.

Im Sommer bei den Doldenblütlern. Giersch, Kerbel und andere essbare Arten haben tödlich giftige Verwandte wie den Gefleckten Schierling. Wie du Giersch sicher erkennst, steht im Artikel Giersch essen statt bekämpfen.

Und im Herbst bei Beeren und Früchten. Viele Sträucher tragen jetzt rote oder schwarze Beeren, einige davon sind giftig. Wie man Holunder sicher vom giftigen Zwergholunder unterscheidet, steht im Artikel Holunder erkennen.

Häufige Fragen zum Kräutersammeln

Wann ist die beste Zeit zum Kräutersammeln?

Für Blätter das Frühjahr, für Blüten der Frühsommer, für Früchte und Wurzeln der Herbst. Am Tag selbst ein trockener Vormittag.

Welche Kräuter kann man im Herbst sammeln?

Hagebutten, Schlehen, Holunderbeeren, Brombeeren, Wacholderbeeren, Ebereschen und Löwenzahnwurzeln.

Darf man Wildkräuter einfach sammeln?

Kleine Mengen für den eigenen Bedarf an frei zugänglichen Orten in der Regel ja. Ausgenommen sind Naturschutzgebiete und geschützte Arten.

Passend dazu: Der Neunkräutersegen · Hagebutten ernten · Schlehen ernten · Mädesüß und das Aspirin

Cover: Das Kräuterbuch unserer Vorfahren

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Das Kräuterbuch unserer Vorfahren

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  • 30 heimische Pflanzen, sortiert nach Frühling, Sommer, Herbst und Winter
  • Übersicht der giftigen Verwechslungen
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Dieser Beitrag gibt überliefertes, volkskundliches und historisches Wissen wieder. Er dient der Bewahrung alten Kräuterwissens und ersetzt keine ärztliche oder fachkundige Beratung. Wildpflanzen bitte immer zweifelsfrei anhand mehrerer Merkmale bestimmen, im Zweifel stehen lassen.